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kaputt und glücklich

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kaputt und glücklich

(via wirddochnichtsoschlimmsein)

montecruzfoto:

Kreuzberg CSD Pride 2014. Berlin

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Kreuzberg CSD Pride 2014. Berlin

eklhaft:

lowerthan-atlantis:

Morgen mach ich blau

Die ganze Woche :)

eklhaft:

lowerthan-atlantis:

Morgen mach ich blau

Die ganze Woche :)

(via wirddochnichtsoschlimmsein)

Montagsdemo? Dauerdown.

technotempeltexte:

Ein Gespenst geht um in Deutschland, das Gespenst wutbürgerlichen Erwachens. Verschiedene Mächte deutschnationaler, rechtsesoterischer und antisemitischer Provinienz haben sich unter dem windigen Vorzeichen von Liebe und Frieden zu einer heiligen Hetzjagd gegen Aufklärung, Vernunft und das gute Leben für alle verbündet: Ein umtriebiger Verkäufer von allerlei Seelenwanderungsklimbim, ein ehemaliger Angestellter der öffentlich-rechtlichen Mainstreampresse, dem Assimiliationsdruck sei Dank vom Moustafa zu Ken gewandelt, sowie ein politischer Demagoge, der sich, narzisstisch gekränkt durch andauernden Relevanzverlust, nunmehr der Nation, der deutschen wie der russischen, sowie dem Kampf gegen die Effeminisierung der Gesellschaft verschrieben hat. Seit etlichen Wochen nun toben Scheißestürme durchs Internet, die in ihrer aggressiven Wortwahl, den Todes- und Vergewaltigungsdrohungen, den Beschimpfungen und Pathologisierungen, denen Kritiker des Phänomens Montagsdemonstrationen sich ausgesetzt sahen, dem eigentlichen Ziel, für Freundschaft und Verständnis einzutreten, einen recht konterkarrierenden Bärendienst erwiesen.

Um es mal ganz deutlich zu sagen: So begrüßenswert es ist, für friedliche Konfliktlösungen, für eine ausgewogene Berichterstattung der Leitmedien oder gegen staatliche Überwachung und die zunehmende Ökonomisierung aller Lebensbereiche auf die Straße zu gehen, so sinnlos und gefährlich ist es, dies bei den Veranstaltungen von Jürgen Elsässer, Andreas Popp und Ken Jebsen zu tun. Der slowenische Philosoph Slavoj Zizek schrieb kürzlich: “Ein neues finsteres Zeitalter zieht auf, in dem ethnische und religiöse Leidenschaften explodieren und die Werte der Aufklärung verblassen. Im Dunkeln lauerten diese Leidenschaften schon lange; neu ist die Schamlosigkeit, mit der sie zur Schau getragen werden”. Er zielte damit auf die (nicht nur) in Europa zu beobachtende Renaissance nationalistischen Dünkels - aber auch bei den Montagsdemonstranten sind solche Tendenzen vermehrt zu beobachten: Die ins Reaktionäre abdriftende Lokalisierung alles Bösen auf der Projektionsfläche USA, die schon wahnhafte Fixierung auf Israel, eine dezidiert antisemitische Bankenschelte, die die auch von Nationalsozialisten vollzogene Trennung vom raffenden und schaffenden Kapital nur zu gerne wiederholt, die Anrufung von Staat, Volk und Nation, die Abwehr jeder Kritik und die Denunziation jeden Kritikers - alle diese Punkte sollten alarmieren. Dabei sind so viele der Impulse und Reflexe nachvollziehbar: Die einfachen Antworten, die von den natürlich nur männlichen Sprechern der Bewegung angeboten werden, bieten in einer an Widersprüchen reichen und sehr komplexen Welt eine gewisse Attraktivität. Simpel gestrickte Menschen fallen nur zu gern und zu leicht darauf rein. Politikverachtung, Medienmüdigkeit, der wohlige Wunsch nach Aufnahme in ein Kollektiv Gleichgesinnter - kennt man alles, mitunter von sich selbst. Doch auch oder besonders in düsteren Zeiten wie diesen gilt, sich weder von der Macht der Anderen noch von der eigenen Ohnmacht verrückt machen zu lassen.

Und seien wir doch mal ehrlich: Wer montags - und vor allem: jeden Montag - demonstrieren kann und will, der wird kein guter Mensch sein. Oder zumindest keiner, der gerne tanzt und trinkt.